Skispringen ist kein Sport für schwache Nerven. Es ist ein Spektakel, bei dem sich Sportler mit erschreckender Geschwindigkeit in die Luft katapultieren und der Schwerkraft auf eine Art und Weise trotzen, wie es kaum eine andere Sportart kann. Bei den bevorstehenden Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina wird dieses ohnehin schon dramatische Ereignis neue Höhen erreichen – im wahrsten Sinne des Wortes und im übertragenen Sinne – mit Meilensteinen für den Frauenwettbewerb und der Entstehung aufstrebender Stars. Hier erfahren Sie, warum Sie es nicht verpassen sollten.
Der Nervenkitzel des Fliegens: Ein Sport, der von extremer Physik geprägt ist
Beim Skispringen geht es nicht nur darum, weit zu kommen; Es geht darum, eine komplexe Gleichung aus Geschwindigkeit, Technik und Flugkontrolle zu meistern. Die Teilnehmer erreichen Geschwindigkeiten von 120 bis 153 Kilometern pro Stunde (75 bis 95 Meilen pro Stunde) und können über Distanzen in der Luft bleiben, die einem ganzen American-Football-Feld entsprechen.
Die Wertung basiert nicht nur auf der Distanz. Die Juroren bewerten den Stil – die flüssige Bewegung, die Kraft des Starts und eine saubere Landung – und vergeben Punkte auf einer Skala von 0 bis 20, ähnlich wie beim Eiskunstlauf. Die Windverhältnisse spielen eine entscheidende Rolle und machen jeden Sprung zu einer einzigartigen Herausforderung. Die Distanz wird vom Startpunkt bis zur Landung des Skifahrers berechnet, wobei Präzision und Kontrolle an erster Stelle stehen.
Ein Wendepunkt für das Frauen-Skispringen
Jahrelang kämpften Skispringerinnen um die gleiche Anerkennung. Der Sport nahm 2014 offiziell nur an Frauen teil – ein Jahrhundert nachdem Männer mit dem Wettkampf begonnen hatten. Die Milano Cortina Games stellen einen weiteren Durchbruch dar: Frauen werden zum ersten Mal an der Großschanze teilnehmen.
Dieser Meilenstein folgt auf jahrelange unfaire Vorschriften, darunter obligatorische Hüftpolster in Anzügen, die die Aerodynamik beeinträchtigten. Der Internationale Skiverband (FIS) hat diese Beläge im Jahr 2020 endgültig entfernt und damit gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen. Es ist mit sinkenden Rekorden zu rechnen, wenn Frauen diese neu gewonnene Freiheit nutzen. Die Großschanze in Milano Cortina misst 128 Meter (420 Fuß) – deutlich größer als die Normalschanze mit 98 Metern (322 Fuß) und verspricht noch spektakulärere Sprünge.
Der Aufstieg von Nika Prevc und anderen zukünftigen Stars
Die erst 20-jährige Slowenin Nika Prevc ist die klare Favoritin auf Gold auf der Großschanze. Im März 2025 brach sie mit einem Sprung von 236 Metern (774 Fuß) den Weltrekord der Frauen. Die Familie Prevc hat ein Erbe in diesem Sport, da ihr Bruder Peter Prevc selbst ein ausgezeichneter Medaillengewinner ist.
Achten Sie auf Nika Kriznar, ebenfalls aus Slowenien, die bei den Spielen in Peking Bronze im Normalschanze holte. Da Pekings Goldmedaillengewinner verletzungsbedingt ausfällt, ist das Podium für neue Kandidaten frei. Bei den Männern ist Daniel Tschofenig aus Österreich, der erste im 21. Jahrhundert geborene Skifahrer, der die Vierschanzentournee gewann, eine ernst zu nehmende Kraft.
Beim Skispringen trotzen Sportler bereitwillig der Schwerkraft und gehen dabei an die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit. Die Milano Cortina Games werden nicht nur extreme Sportlichkeit zur Schau stellen, sondern auch einen Sport feiern, der sich endlich in Richtung völliger Gleichberechtigung entwickelt.
Der Skisprung-Wettbewerb beginnt am 7. Februar 2026. Schalten Sie ein, um zu erleben, wie das Unmögliche möglich wird.