Mann aus Texas, der beschuldigt wird, schwangere Frau getötet zu haben, floh nach Italien, nachdem er den Knöchelmonitor entfernt hatte

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Lee Mongerson Gilley, ein Mann aus Texas, der wegen Mordes an seiner schwangeren Frau angeklagt ist, ist aus den USA geflohen, nachdem sein GPS-Knöchelmonitor abgeschaltet wurde. Nach Angaben seines Anwalts Dick DeGuerin entfernte Gilley das Gerät am Freitag und reiste anschließend nach Kanada, bevor er nach Italien flog, wo er seitdem inhaftiert ist.

DeGuerin sagte lokalen Nachrichtenagenturen, dass sein Mandant nicht aus Schuldgefühlen geflohen sei, sondern aus Angst. „Es ist sehr besorgniserregend und ich fürchte, dass die Staatsanwaltschaft versuchen wird zu sagen, es sei ein Beweis für sein Schuldbewusstsein, dass er davor flieht, aber ich denke, er hat nur Angst“, erklärte DeGuerin.

Die Anklage und die Ermittlungen

Gilley wird im Zusammenhang mit dem Tod von Christa Bauer Gilley wegen Mordes angeklagt. Die Polizei behauptet, dass Gilley absichtlich Druck auf den Nacken und den oberen Rücken seiner Frau ausgeübt habe, was zu ihrem Tod geführt habe.

Der Vorfall ereignete sich am 7. Oktober 2024, als sich herausstellte, dass Bauer Gilley nicht ansprechbar war. Gilley teilte den Ermittlern des Houston Police Department zunächst mit, dass seine Frau an einer Überdosis gestorben sei und er versucht habe, lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Das Krankenhauspersonal stellte jedoch bei ihrer Ankunft erhebliche Blutergüsse und Gesichtsverletzungen fest. Eine Autopsie ergab später, dass es sich bei der Todesursache um Tötungsdelikte aufgrund einer Kompression des Nackens handelte.

Nach seiner Festnahme wurde Gilley gegen Kaution freigelassen. Er sollte Anfang dieser Woche vor Gericht erscheinen, erschien aber nicht. Aus einem Bericht über einen Verstoß gegen die Kaution geht hervor, dass sein GPS-Monitor am Freitagabend einen Manipulationsalarm gesendet hat. Die Behörden versuchten, ihn telefonisch zu kontaktieren, um eine Inspektion des Geräts zu vereinbaren, doch er reagierte nicht. Der Monitor sendete mehrere Tage lang ohne Inspektion weiterhin Manipulationswarnungen.

Angeblicher Flugplan

Von KPRC 2 News überprüfte Gerichtsdokumente, die nur wenige Wochen vor seinem Verschwinden eingereicht wurden, behaupten, dass Gilley Kontakt zu einer Frau in Kalifornien hatte, mit der er Berichten zufolge im Jahr 2023 eine Affäre hatte. Die Staatsanwaltschaft behauptet, die beiden Personen hätten einen detaillierten Plan für Gilley ausgearbeitet, seinen GPS-Monitor zu entfernen und gemeinsam aus den Vereinigten Staaten zu fliehen. Der Plan sah angeblich vor, zu heiraten, um eine neue Identität zu erlangen.

Inhaftierung in Italien und Asylantrag

DeGuerin bestätigte gegenüber KHOU, dass Gilley seinen Knöchelmonitor abgenommen habe, bevor er nach Kanada und dann nach Italien gereist sei. Bei seiner Ankunft in Mailand äußerten italienische Beamte Skepsis gegenüber seinen Ausweispapieren. Gilley identifizierte sich schließlich und beantragte Asyl.

Laut DeGuerin behauptet Gilley, dass er in den Vereinigten Staaten zu Unrecht strafrechtlich verfolgt wird und fürchtet, dass ihm im Falle einer Auslieferung die Todesstrafe drohe. Damit Gilley nach Texas zurückgeschickt werden kann, müssen US-Staatsanwälte den italienischen Behörden bescheinigen, dass ihm nicht die Todesstrafe droht.

Es bleibt unklar, wann und ob Gilley an die Vereinigten Staaten zurückausgeliefert wird, um dort vor Gericht zu stehen.

Der Flug verdeutlicht die Komplexität der internationalen Auslieferung, insbesondere wenn die Zusicherung der Todesstrafe erforderlich ist. Während die Verteidigung Angst als Motiv für die Abreise anführt, argumentieren die Staatsanwälte, dass der Akt der Entfernung von Überwachungsgeräten und die Flucht aus dem Land ein Schuldbewusstsein suggeriere.